13 Gedanken darüber, wie mensch diesen Blog lesen kann

tree spring

Bevor es an den Inhalt geht, habe ich hier einige grundlegende Gedanken zusammengefasst darüber, wie Menschen diesen Blog lesen können. Du kannst sie Dir wie Wegweiser durch die Inhalte oder eine Brille vorstellen, mit der du die einzelnen Artikeln ansehen kannst.

1. Du hast Macht und Möglichkeiten dein Leben zu gestalten

Die folgenden Methoden, Ideen, Konzepte und Personen sind als eine Einladung von mir an dich zu verstehen, zu erkunden, was für dich passend oder unterstützend sein kann, dir auf deinem Weg der Heilung zu helfen. Nicht zu jedem Zeitpunkt einer Erkrankung und in jeder individuellen Situation und für jeden Menschen ist jeder Ansatz gleich gut geeignet. Vertraue darauf, dass du mit deiner Intuition weißt, wann und was für dich passend und angebracht ist oder nicht. Meine Intention ist aufzuzeigen, dass du mehr Macht hast, dein Leben zu gestalten, als du vielleicht momentan glaubst oder gelernt hast.

2. Du nimmst, was für dich passt

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass, wenn ich dem Leben vertraue und offen bin, oft genau die Dinge, die ich gerade brauche oder Sinn machen, zum richtigen Zeitpunkt zu mir kommen.

Wenn ein Inhalt einfach nicht mit dir räsoniert, oder du findest, das ist totaler Quatsch, dann darf das natürlich auch sein und du schaust einfach nach etwas anderem und einem für dich passenden Zugang. Sollte Dich auf meinem Blog gar nichts ansprechen, ist das auch nicht weiter schlimm. Es gibt ja noch viel viel mehr Zugänge, Lehrer_innen, Heiltraditionen und Möglichkeiten etwas Gutes für dich zu tun. Wenn etwas nicht passt oder Ablehnung/ Stress hervorruft, lade ich dich aber ein, zunächst einmal hin zu spüren. Es kann einerseits sein, dass irgendein Anteil in dir Abwehrmechanismen auslöst. Es kann aber auch sein, dass – so wie ich etwas formuliert habe- es für dich keinen Sinn ergibt, oder ich generell etwas einfach nicht gut „rüberbringen“ konnte.
Bevor du etwas ganz an den Nagel hängst, lade ich dich deswegen ein lieber auch noch mal etwas in der „Originalversion“ anzuschauen/hören oder zu lesen. Nach jedem Artikel gibt es Ressourcen mit Links und Literaturverweisen und im Bereich Links
findest du alle Bücher, Videos, Meditationen und Autor_innen gesammelt.

3. Zitationen und Verweise

Mehr oder weniger alle Inhalte dieser Webseite und Artikel beziehen sich auf Dinge, die ich von anderen Menschen gelernt/gelesen habe oder dadurch angeregt wurde. Auf viele Bücher, Heiler_innen und Webseiten haben mich liebe Freund_innen gebracht. Ich versuche möglichst gut Verantwortung für das, was ich schreibe, zu übernehmen. Ich versuche bei allen Artikeln genau darauf hinzuweisen, welche Ideen von anderen Menschen und welche meine sind. Ich möchte zeigen, wie ich die „Arbeit“ vieler Menschen mit meiner Brille lese/verstehe und anwende. Die Idee diese „Hinweise“ so zu verfassen, wie ich es jetzt gerade tue, habe ich z.B. von einer Heilerin namens Layla Saad.

4. Spiritualität – ich will keinen Menschen bekehren

Auch wenn viele der hier vorgestellten Zugänge aus einem buddhistischen/ spirituellen Kontext kommen: Ich definiere mich selbst gar nicht als Buddhist und mir ist es vollkommen gleich, wie und ob Menschen spirituell sind. Meditation und Achtsamkeit ist für alle Menschen da und hat nichts per se mit religiöser Tradition zu tun. Egal ob du atheistisch, agnostisch, christlich, muslimisch, jüdisch, hinduistisch, buddhistisch bist oder sonst einen oder keinen Glauben hast, lade ich dich einfach zu einer gewissen Offenheit ein.
Ich bin überzeugt, dass die auf diesem Blog vorgestellten Konzepte und Ideen für viele Menschen hilfreich sein können. Ich selbst versuche die Informationen so zugänglich zu machen, dass sie möglichst annehmbar sind und verknüpfe für mich die Zusammenhänge zwischen spirituellem, wissenschaftlichem, aktivistischem und sonstigem Wissen.

5. Achtsamkeit „~“

Achtsamkeit ist die Fähigkeit im Hier und Jetzt präsent zu sein. Besonders wenn wir viel lesen, ist das Gehirn sehr aktiv und wir können den Kontakt zu unserem Körper verlieren. In Anlehnung an Eckhart Tolle, setze ich deswegen bei längeren Artikeln immer wieder einmal ein „~“, dieses kleine Wellenzeichen zwischen einen Absatz. Dieses „~“ ist eine Einladung an dich, das Lesen kurz zu unterbrechen, einen tiefen Atemzug zu nehmen, vielleicht zu spüren, wie du sitzt und wie der Kontakt zum Boden ist. Eine Einladung also kurz wieder in Kontakt mit deinem Körper zu gehen.

6. Das ist kein Ersatz für ärztliche Behandlung

Ich möchte an dieser Stelle betonen, dass ich ohne schulmedizinische Behandlung, konkret Operationen und Chemotherapie nicht mehr am Leben wäre, und nicht diese Zeilen schreiben würde. Alles, was ich an „Tipps“ hier schreibe, bezieht sich also auf komplementäre = ergänzende Maßnahmen zu schulmedizinischen Behandlungen. Welche Behandlungen Menschen für sich in Anspruch nehmen, müssen sie selbst entscheiden. Manchmal können alternative Heilmethoden oder spirituelle Zugänge „Druck“ machen, sich gegen schulmedizinische Maßnahmen zu entscheiden. Sobald sogenannte „Heiler_innen“ anderen Menschen Druck machen, oder die Gefühle und Gedanken von kranken Menschen nicht ernst nehmen, würde ich raten, genau zu hinterfragen, ob die Zusammenarbeit mit dieser Person für Dich Sinn macht. Zur Unterstützung bei der Auswahl von alternativen Heilpraktiken, gibt es von der Krebshilfe Wien auch eine Broschüre, die man bestellen kann.

7. Alltag klären und Finanzielles

Ich kann diesen Blog schreiben, weil ich in der glücklichen Lage bin, vor meiner Erkrankung Vollzeit als Sozialarbeiter gearbeitet zu haben und deswegen momentan für mich ausreichend Rehabilitationsgeld zu bekommen. Ich bin mir bewusst, dass es viele Menschen gibt, die nach einer Erkrankung in einer anderen beruflichen und finanziellen Situation sind, die im realen Leben viele Herausforderungen nach sich ziehen. Deswegen gibt es noch eine eigene Seite zum Thema materielle Grundlagen/Ressourcen. Die meisten Menschen (mich eingeschlossen) können erst dann „eine Stufe tiefer in sich gehen“ wenn der Alltag geklärt ist. Meiner Erfahrung nach, sind viele komplementärmedizinische Angebote teuer und orientieren sich an gut/besser situierten Menschen. Ich bin mir dessen bewusst. Glücklicherweise gibt es trotzdem auch vieles, dass wir unabhängig von unserer finanziellen Situation machen können. Dank dem Internet stehen uns viele Vorträge, Anleitungen und Wissen quasi gratis zur Verfügung.

Ich versuche, trotz dieses Angebots, aber auch daran zu denken, wie viel Arbeit und Liebe Menschen in ihre Videos/ Bücher/CDs usw. stecken und auch Materialien zu kaufen oder etwas für die Arbeit zu spenden. Dies schenkt mir auch gleich ein gutes Gefühl und ich kann meiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen.

8. Von wem ist diese Webseite wirklich?

Einige Artikel auf dieser Webseite beschäftigen sich mit der Frage, wer wir eigentlich sind und verweisen auf die vielen wechselseitigen Bedingungen, Abhängigkeiten und Verflechtungen aller Erscheinungen. Ist diese Webseite wirklich „meine“? Oder ist sie nicht auch ein Stück weit, die Arbeit aller engagierten Ärzt_innen und Krankenpfleger_innen und Reinigungskräfte im Spital, ohne die ich jetzt nicht hier wäre? Ist sie nicht auch ein Werk, aller meiner Freund_innen und Begleiter_innen, ohne deren Liebe ich es vielleicht gar nicht geschafft hätte, am Leben zu bleiben? Ist diese Webseite nicht auch das Produkt, aller Bauern und Bäuer_innen, die es mir ermöglichen, mich gesund zu ernähren? Und der Menschen, die in Kraftwerken oder als Leitungstechniker_innen arbeiten, durch die ich Strom für meinen Laptop nutzen kann? Steckt in diesem Blog nicht auch die viele Arbeit vieler Menschen, die es mir durch ihre Sozialversicherungsbeiträge ermöglichen, Rehabilitationsgeld zu bekommen, durch das ich die Zeit und Freiheit habe, zu schreiben?

Dies waren nur ein paar Beispiele für die vielen Bedingungen, die dazu beitragen, dass es diese Webseite gibt. Insofern sehe ich mich zwar als Sprachrohr, oder eben die Person, die diese Zeilen schreibt. Aber es fließt auch die Arbeit vieler anderer Menschen hier ein und viele Bedingungen auf der Erde und der Gesellschaft treffen aufeinander, die es ermöglichen, dass diese Zeilen entstehen können. Dafür bin ich sehr dankbar!

9. Mein Blick ist durch meine Position geprägt – Intersektionalität

Viele der Artikeln dieser Seite beziehen sich auf spirituelle Zugänge, die versuchen über unserer abgetrennte, isolierte Identität hinauszugehen und verweisen auf die Weisheit/Wahrheit, dass wir alle miteinander verbunden und „eins“ sind. Solche Zugänge werden oft mit den Worten Nicht-dualität oder Intersein bezeichnet, dazu werde ich noch genauer eingehen. Ich habe durch meine Geschichte für mich erkannt, dass wir alle „eins“ sind, und mehr als nur unser Körper, unsere Geschichte und Identität.

Trotzdem bin ich noch immer auch ein Mensch mit einer Identität, einem Geschlecht, einer Hautfarbe, einem sozialen Status, einer Staatsbürgerschaft, und vielem mehr und nehme aufgrund dieser Kategorien in der real vorherrschenden gesellschaftlichen Struktur eine gewisse Position ein. Unser Blick auf die Welt, entsteht durch die Kombination dieser verschiedenen gesellschaftlichen Kategorien, die je nachdem mit mehr oder weniger Macht ausgestattet sind. Die Notwendigkeit diese verschiedenen Positionierungen mitzubedenken, ist besonders durch die Arbeit von Schwarzen Wissenschaftler_innen und Aktivist_innen entstanden und wird in der Wissenschaft heute als Intersektionalität bezeichnet.

Ich bin ein in Wien aufgewachsener weißer, schwuler Mann, aus einer mehrheitsösterreichischen, bürgerlichen Mittelschichtfamilie, mit einem akademischen Abschluss, deutscher Muttersprache, finanziell abgesichert und dies beeinflusst auch meine Erfahrungen, über die ich schreibe. Du wirst aufgrund deiner Position, vielleicht ähnliche oder ganz andere Erfahrungen machen. Ich hoffe, dass diese Webseite auch für dich, mit vielleicht ganz anderen Erfahrungen und Lebensgeschichten, hilfreich ist.

10. Heilung für mich/ Heilung für alle

Ich bin mir bewusst, dass andere Menschen durch ihre gesellschaftliche Position andere Erfahrungen machen. Unsere westliche/europäische Gesellschaft ist auf einer Geschichte von Rassismus, Kolonialisierung, Ausbeutung (von Arbeiter_innen), Umweltzerstörung und der Unterdrückung von Frauen und queeren/LGBTIQ1 Menschen aufgebaut. Dies Machtverhältnisse bei spirituellen Überlegungen auszublenden, bezeichne ich in Anlehnung an Layla Saad als „spiritual bypassing“, also spirituelles Umgehen/Wegsehen/Ignorieren.

Ich möchte mit diesen Artikeln zeigen, dass wir Spiritualität und ein Verständnis/Erfahren von „Verbundenheit mit allem Leben auf dieser Welt“ nützen können, um uns selbst zu heilen. In einer weiteren Konsequenz, muss es aber auch unser Ziel sein, unsere Gesellschaft und unseren Planeten ganzheitlich zu heilen. Zu heilen von Rassismus, Sexismus, Unterdrückung, Kolonialismus, Ausbeutung, Umweltzerstörung, sexueller Gewalt, einem zerstörerischen Wirtschaftssystem, unnötigen/vorbeugbaren Krankheiten, ausgelöst durch Umweltverschmutzung und krankmachenden Gesellschaftsstrukturen und jeglicher Diskriminierung.

Die meisten der Artikel beziehen sich auf das Heilen von uns selbst und reflektieren meinen Weg als Krebsüberlebender. Ich möchte aber in einem weiteren Schritt auch mehr recherchieren, welche Ansätze es gibt, die Spiritualität nutzen um die gesellschaftlichen Strukturen und Unterdrückungsmaßnahmen in den Blick zu nehmen, und dazu dann mehr in der Blogabteilung posten. Lange Rede – kurzer Sinn: Du bist ein wichtiger Teil dieses globalen Heilungsprozesses! Also: stay tuned 😉

11. Mut zum Imperfekten

Ich bin ein Mensch und deswegen nicht perfekt. Wenn ich über bestimmte Themen schreibe, dann vereinfache und verkürze ich mit 100-prozentiger Wahrscheinlichkeit die Ideen, Aussagen und Geschichten gewisser Autor_innen, Ideen und Konzepte. Ebenso kann ich in den Artikeln bestimmt nicht, alles perfekt auf den Punkt bringen. Eins ist also sicher: die Artikel und Ressourcen werden mangelhaft und nicht „perfekt“ sein. Sie sollen es auch nicht. Es soll einfach eine Anregung sein, sich mit etwas, was dich anspricht, genauer auseinanderzusetzen.

12. Liebe

Ich habe diese Webseite und diese „Ressourcen-Artikel“ mit sehr viel Liebe und Achtsamkeit verfasst. Beim Arbeiten an den Artikeln habe ich immer wieder Inne gehalten, meditiert und mich gefragt, ob das Wesentliche enthalten ist oder noch etwas fehlt.
Ich habe versucht darauf zu achten, alle Absätze mit Wertschätzung und Liebe für mich und alle Menschen und Lebewesen zu verfassen. Ich hoffe sehr, dass diese Energie auch bei dir ankommt!

13. Feedback und Kritik

Wenn das aus einem Grund nicht so ist, weil z.B. etwas ungut, falsch oder diskriminierend formuliert ist, lass‘ es mich bitte – auf respektvolle Art und Weise – wissen und schreibe mir. Ich freue mich aber natürlich auch über alle positiven Rückmeldungen und Feedback.

Ich wünsche Dir viel Vergnügen und viele Anregungen beim Lesen!

LGBTIQ steht für „lesbisch,schwul,bisexuell,trans*/transident,intergeschlechtlich,queer“