Dankbarkeit heilt – Ein paar Vorschläge, wie du damit arbeiten kannst

„The universe loves gratitude. The more you are grateful for the good in your life, the more good you get to be grateful about“
“Das Universum liebt Dankbarkeit. Je dankbarer du für das Gute in deinem Leben bist, desto mehr Gutes bekommst du, für das du dankbar sein kannst”
Louise L. Hay

Dankbarkeit ist für mich eine der heilsamsten Emotion überhaupt. Wie schon an einigen Stellen erwähnt, hat die Krebserkrankung bei mir viele paradoxe Effekte ausgelöst. Ich war anfangs ja auf einer Ebene sehr wütend und enttäuscht von Leben. Dann aber habe ich durch die Mühsal der Behandlung entdeckt, wie dankbar ich für Vieles eigentlich sein kann, zum Beispiel für die enorme Liebe und Unterstützung von vielen Freund_innen und meiner Familie. Ich dachte dann, dass ich so dankbar sein kann, dass es so viele Menschen in meinem Leben gibt, die mich lieben und die ich liebe. Ich dachte, selbst wenn ich sterben müsste, wäre es im Vergleich zu der Zeit, die ich noch mit dieser Liebe leben darf, auch nicht das Schlimmste.

Ich habe für mich entdeckt, wie wenig ich Dinge, die in meinem Leben gut, interessant und schön sind oder gut funktionieren, wertgeschätzt habe. Immer und immer wieder waren Gedanken da wie: „wenn es doch nur so und so wäre, wäre es besser“, „wenn ich so wäre, das hätte, wäre es besser“. Solche Gedankenmuster sind auch irgendwie „normal“ und entspringen der Natur des Verstandes, Erfahrungen abzuwägen und Zukunftsszenarien zu entwickeln. Obwohl dieses Analysieren der Vergangenheit und Szenarien in der Zukunft entwickeln etwas hilfreiches in der menschlichen Entwicklung war, bringt es in unserer modernen Gesellschaft und Lebensweise oft Leid mit sich und wir sind nicht mehr im Moment.

Dankbarkeit ist also auch etwas, was sich bei mir zusammen mit Achtsamkeit und Meditation entwickelt hat. Meine zentrale Botschaft ist: Besonders wenn man schwer erkrankt ist, ist es wichtig, nicht aus den Augen zu verlieren, was auch alles gut läuft. Jon Kabat Zinn,der Begründer der „mindfulness based stress reduction“ Programme, über die ich hier noch ausführlicher schreibe, sagt den Teilnehmer_innen seiner Achtsamkeitsschule: „Aus unserer Sicht haben Sie, solange Sie atmen, mehr gesunde als kranke Anteile in sich, egal, was alles mit ihnen nicht stimmt“ (Kabat-Zinn 2013: 20f.). Dann dachte ich mir: So lange ich atme, gibt es auch Dinge in meinem Leben, die schön sind, die funktionieren, und für die ich dankbar sein kann.

Ich bin vor meiner Krebserkrankung nie auf die Idee gekommen, mir selbst oder meinen Körper zu danken, dass er Nahrung verdaut, atmet, das Herz schlägt, sich entgiftet, meine Nerven, Knochen und Muskeln aufrecht erhält, mit denen ich mich bewegen kann etc. Ich kann mich noch daran erinnern, wie es mir ging, als ich ein paar Monate nach Ende meiner Chemotherapie einen Bandscheibenvorfall hatte. Es waren furchtbare Schmerzen und ich habe mir geschworen: Wenn ich mich wieder ohne diese furchtbaren Schmerzen bewegen kann, werde ich nie wieder unglücklich sein oder einen negativen Gedanken haben, sondern einfach nur dankbar sein für das Wunder, ohne Probleme von A nach B zu kommen.

Dies klappt natürlich nicht, und jetzt, wo ich wieder total mobil und ohne Rückenschmerzen bin, denke ich oft keine Sekunde daran, dass mein Körper sich so gut repariert hat und mir es ermöglicht, viele tolle Dinge zu unternehmen. Trotzdem versuche ich, wenn ich es schaffe, immer wieder Inne zu halten und mich zu fragen: „Für was kann ich gerade jetzt dankbar sein?“ Es gibt immer mehr Gutes in unserem Leben, als ich/wir zunächst vielleicht sehe/n.

Ich lade auch Dich ein immer wieder diese Fähigkeit zu trainieren. In diesem Artikel stelle ich auch ein paar Methoden vor, die ich angewandt habe, oder die mir beim Recherchieren untergekommen sind, und ich gut finde. Ebenso stelle ich noch ein paar Gedanken vor, was Dankbarkeit nicht meint, um eventuell ein paar Missverständnissen vorzubeugen.

1. Positive Psychologie und Dankbarkeit

Bei dem Schreiben dieses Artikels habe ich gemerkt, dass ich Dankbarkeit und das Arbeiten daran eher durch eine spirituelle Brille, mit Louise Hay und meiner Erkrankungsgeschichte, kennengelernt habe. Ich habe mir dann gedacht, dass es doch spannend wäre, zu schauen ob es nicht auch Forschungen dazu gibt, oder sich Menschen der Wissenschaft damit auseinandergesetzt haben. Dabei bin ich auf Vertreter_innen der sogenannten „Positiven Psychologie“ gestoßen, welche die Wirkung von positivem Denken erforscht und anwendet. Forscher_innen der Universität in Berkeley haben sogar ein Institut gegründet, dass sich mit der Erforschung zu positiver Lebensgestaltung beschäftigt, das „Greater Good Science Center“.

Weiters bin ich auf den amerikanischen Psychologen Robert Emmons gestoßen, der zu Dankbarkeit schon jahrelange forscht. Er hat auch ein Buch geschrieben, mit dem Titel „Thanks!“, welches ich noch nicht gelesen habe, aber mir bei Zeiten vielleicht besorgen und näher ansehen werden. Er sagt unter anderem, dass Dankbarkeit neben messbaren körperlichen Veränderungen, drei Hauptwirkungen hat. Sie habe die Macht zu heilen, zu energetisieren und Leben zu verändern. Ein starkes Statement!. Deswegen möchte ich hier ein paar seiner Erkenntnisse teilen.

Bei seiner Forschung hat er verschiedene Gruppen von Menschen über verschiedene Zeitraum Hinweg Dankbarkeitstagebücher schreiben lassen. Dabei stellte sich heraus, dass diese Menschen im Vergleich zu Kontrollgruppen körperliche,psychische und soziale Verbesserungen wahrnahmen (siehe):

Körperlich

Psychisch

Soziale

-besseres Immunsystem

– besserer Umgang mit Schmerzen

– niedrigerer Blutdruck

– erhöhtes Gesundheits-bewusstsein / mehr Sport

– höhere Zufriedenheit mit dem Schlaf / Erholung

– höheres Niveau an positiven Emotionen

– lebendigeres, wacheres, Selbstempfinden

Mehr Lebensfreude

mehr Optimismus und Glücklich-sein

Die Personen waren/hatten

– hilfsbereiter, großzügiger, empathischer

– mehr bereit zu vergeben

– extrovertierter

– weniger Gefühle von Einsamkeit und Isolation

Dabei gibt es laut Emmons zwei Ebenen. Erstens ein Gefühl und eine Bejahung, dass es positive Dinge in unserem Leben gibt. Und zweites ein Hinterfragen und Nachschauen wo, wodurch und durch wen diese Dankbarkeit auslösenden Dinge zu finden sind.
Wir sehen dann, dass die Quelle von diesen guten Dingen außerhalb von uns selbst ist. Wir verstehen, dass unser Glück und Wohlsein auf viele Taten anderer Menschen und Umstände des Lebens entstanden sind und werden uns so unserer Verbindung zu unseren Mitmenschen und dem Leben mehr bewusst.

Emmons beschreibt dabei, dass Dankbarkeit weniger mit „oft Danke sagen“, also z.B. sich bei einer Person für ein Geschenk bedanken, zu tun hat. Sondern es geht darum eine innere Haltung dem Leben gegenüber zu entwickeln, die grundsätzlich und unabhängig von äußeren Umständen, von Dankbarkeit geprägt ist. Es ist also eine gewisse Art und Weise durch das Leben zu gehen. Um diese Fähigkeit und innere Grundeinstellung zu entwickeln, können wir jedoch natürlich schon mit den Dingen im Außen und z.B. dem Bedanken bei Personen beginnen.

Dies zeigt schon die Überschneidung zu Achtsamkeit. Bei der geht es ja auch nicht darum jeden Tag zwanzig Minuten „nichts“ zu tun und still da zu sitzen. Sondern es geht darum, die inneren Kräfte und eine tiefe Verbundenheit mit allem Leben zu finden. Insofern finde ich kann Dankbarkeit ein guter Zugang für Menschen sein, die mit Meditation zunächst nichts anfangen können.

Emmons beschreibt dass Dankbarkeit uns folgende Dinge ermöglicht

  • Mehr im jetzt zu leben: Dankbarkeit hilft uns die Dinge des Alltags nicht für selbstverständlich zu nehmen. Dadurch können wir das, was ist, mit mehr Aufmerksamkeit wahrnehmen.
  • negative Emotionen zu blockieren: Entgegengesetzte Emotionen können nicht zum selben Zeitpunkt gleichzeitig auftreten. Je öfter wir Dankbarkeit verspüren, desto öfter können dann Gefühle von Angst, Wut, Neid oder Groll nicht spüren und somit öfter in positiven und glücklichen Zuständen verweilen.
  • höhere Stressresistenz aufbauen: Dankbarkeit ermöglicht es „negative“ Ereignisse eher als Herausforderungen des Lebens zu sehen.Sie ermöglicht es resilienter zu sein, da ein Blick auf funktionierende Anteile eher erhalten bleibt.
  • mehr Selbstbewusstsein zu entwickeln: Dankbarkeit ermöglicht es uns zu sehen, wie viel andere Menschen sich für uns interessieren, uns wertschätzen und liebevolle Handlungen erbringen. Dann können wir sehen, dass es in uns eben viele Anteile gibt, die geliebt und wertgeschätzt werden können.

2. Drei Levels der Dankbarkeitspraxis

Etwas wofür ich gerade dankbar bin, ist dass ich diesen wunderbaren Tedx Talk auf Französisch zum Thema Dankbarkeit gefunden habe. Er hat noch dazu Untertiteln auf Deutsch und Englisch. Ich erinnere mich gerade wie schön es ist, dass es so viele Sprachen auf der Welt gibt,und wie dankbar ich für die schöne Melodie der französischen Sprache bin. In diesem Video stellt Florence Servan-Schreiber ein paar Kerngedanken über Dankbarkeit vor. Es hat mich besonders berührt, dass sie anfangs erzählt, dass sie besonders durch einen Krebs erkrankten Freund, der an seinem Gehirntumor gestorben ist, viel über Dankbarkeit gelernt hat. Sie stellt drei mögliche Levels einer Dankbarkeitspraxis vor:

  • Level 0: Martin Seligman, einer der Gründer_innen der positiven Psychologie fand heraus, dass sich das Niveau von Glück steigern kann,wenn wir drei Wochen lang jeden Tag an drei Dinge/Momente oder Begegnungen denken, bei denen wir innerlich „Danke dafür“ sagen können. Wir können auch andere Menschen fragen, wofür sie heute dankbar sind. Ein Phänomen zwischen Menschen ist ja, dass wenn ein Mensch etwas teilt, das ihn berührt, auch wir berührt werden und vielleicht denken „Aja, stimmt, dafür kann ich auch dankbar sein, das gibt es auch in meinem Leben“. Wichtig dabei ist, nicht zu kommentieren oder zu bewerten, sondern einfach zuzuhören.
  • Level 1: Ein Dankbarkeitstagebuch führen. z.B. Jeden Abend vor dem Schlafen gehen fünf Dinge notieren, für die wir diesen Tag dankbar sein konnten (siehe auch Tools).
  • Level 2: Einen Dankbarkeitsbrief verfassen: Diese Methode geht auch auf den Glücksforscher Martin Seligman zurück. Dabei geht es darum einen Brief an eine Person zu schreiben, in dem die eigene Dankbarkeit für die Beziehung ausgedrückt wird. Eine Möglichkeit wäre sich die Frage zu stellen: Was/wie wäre ich, wenn es diese Person nicht in meinem Leben gäbe? Dann kann man den Brief entweder übergeben, oder bei einem Gespräch dann die Inhalte persönlich teilen.

Ich persönlich habe Erfahrungen mit Level 0 und 1. In Wien war ich ja regelmäßig in einer Meditationsgruppe und dort war es üblich eine Dankbarkeitsrunde zu machen.  Alle Personen waren also eingeladen über Dinge des Tages zu berichten, für die sie dankbar waren. Ich habe nicht dezidiert ein Tagebuch geführt, aber auf unstrukturierte Weise viel mit Dankbarkeit gearbeitet.Nun möchte ich noch ein paar solcher Tools vorstellen.

3. Ein paar Tools / Werkzeuge für Dankbarkeit

Dankbarkeitstagebuch /erfassungen
An verschiedenen Phasen meiner Erkrankung habe ich mich sehr dankbar für die vielen schönen Dinge gefühlt, die es trotz allem Mühsals in meinem Leben gab. Ich habe manchmal einfach eine Liste aufgeschrieben mit Dingen für die ich insgesamt im Leben dankbar bin. Oder manchmal habe ich mir die Aufgabe gegeben, jeden Abend vor dem Schlafen gehen mir fünf Dinge zu überlegen für die ich an diesem Tag dankbar war.
Manchmal habe ich an Personen gedacht, und Dinge, die ich an dieser Person mag und für die ich dankbar bin gesucht.

Morgenmeditation
Eine hilfreiche „Meditation“ für Dankbarkeit ist z.B. die folgende Morgenmeditation von Louise Hay. Es ist keine klassische Meditation, wo man sitzt und versucht Gedanken zu beruhigen oder sich auf den Atem zu fokussieren. Louise Hay schlägt vor diese Meditation in der früh noch vor dem Aufstehen zu machen. Man kann also noch 25 Minuten entspannt im Bett liegen bleiben und die vorgestellten Gedanken, über sich drüber waschen lassen. Ich mochte diese Meditation sehr gerne und habe sie phasenweise täglich gehört, da es so ein positiver und freundlicher Start in den Tag ist.

Morgentee / -kaffeeritual
Eine Möglichkeit Achtsamkeit zu trainieren ist das achtsame Essen. Essen und Trinken sind wunderbare Möglichkeiten Dankbarkeit zu praktizieren. Ich nehme mir in der Früh gerne einund halb Stunden Zeit, bevor ich mit dem „Tun“ meines Tages beginne (esklappt nicht immer 😉 Oft mache ich zunächst einen Tee und eine Meditation. Eine tolle Anleitung dazu gibt es hier. Manchmal, wenn ich keine Lust auf Meditation habe, trinke ich auch nur 5 oder 10 Minuten einen Tee. Ich kann mir dann schon kurz bewusst machen, wie dankbar ich für diesen Tee sein kann. Ich frage mich: wie kommt es dazu, dass ich diesen Tee trinken kann?
Ich kann z.B. einfach Dankbarkeit spüren in einer Gesellschaft und in Umständen zu leben, in denen ich nach Lust und Laune verschiedene Tees im Supermarkt kaufen kann. Viele verschiedene Blüten und Kräuter stehen mir zur Verfügung. Es haben Menschen viel Arbeit in den Tee gesteckt. Er wurde kultiviert, geerntet, getrocknet, verpackt, und vielleicht von weit her transportiert. Ich muss nicht Holz sammeln um ein Feuer zu machen, sondern kann einfach den Wasserkocher einschalten. Vielleicht habe ich einen Sessel oder Couch, die besonders bequem ist und wo ich sehr angenehm sitzen kann um den Tee zu genießen. Vielleicht kann ich eine Kerze anzünden und in einer schönen Umgebung, Stimmung den Tee trinken.
Es ist eine einfache Übung eigentlich. Es geht einfach darum, sich bewusst zu machen, wie viele Bedingungen zusammenspielen, die es mir ermöglichen eine Tasse Tee zu trinken. Und für diese vielen Bedingungen kann ich dankbar sein.

Dankbarkeit im Krankenhaus und Gesundheitssystem
Die meisten Menschen / mich eingeschlossen mögen Krankenhäuser nicht unbedingt so sehr. Sehr verständlich! Bei Krebserkrankungen müssen wir oft mehr Zeit dort verbringen,  als wir uns vorstellen. Ich zum Beispiel war insgesamt circa 120 Tage innerhalb eines Jahres im Krankenhaus,das ist also 1/3 des Jahres! Im Krankenhaus ist immer viel Hektik und mensch ist von lauter kranken Menschen umgeben. Für mich war es deswegen wichtig, hier negativen Gedanken ein bisschen entgegenzuwirken und mich zu fragen, wofür ich auch im Krankenhaus dankbar sein kann.Bestimmt war es nicht mein Traum im Spital liegen zu müssen und Chemotherapie zu bekommen. Aber ich konnte für vieles dankbar sein:

  • In Österreich werde ich praktisch gratis behandelt und ich habe Zugang zu erstklassiger Medizin, dank des Gesundheitssystems.
  • Mir wurde, wenn ich es wollte, jeden Tag das Bett frisch gemacht. Ich kann spüren wie angenehm, sich ein frisch gemachtes Bett anfühlt.
  • Ich bekomme dreimal täglich Essen ans Bett geliefert (auch wenn es im Krankenhaus leider nicht die beste Qualität ist) und muss mir keine Gedanken darüber machen.
  • Ich kann mit einer_einem Diätolog_in über den Speiseplan sprechen und Extras bekommen, damit ich das Essen kann, was mir am ehesten schmeckt.
  • Es gibt immer sehr liebe Pfleger_innen und Ärzt_innen, die mich meistens freundlich behandeln und für mich da sind, wenn ich Fragen habe.
  • Wenn mir schlecht ist, oder Nebenwirkungen der Therapie auftreten, kann ich einfach so mehr oder andere Medikamente bekommen, die mitunter sehr teuer sind.
  • es gibt täglich, auch am Wochenende Menschen die mit großer Gründlichkeit die Zimmer und Räume putzen, damit sie möglichst sauber sind und ich weniger Risiko habe mich mit Keimen anzustecken, die mich krank machen können.
  • Es arbeiten kompetente und gut ausgebildete Ärzt_innen hier, die wissen welche Behandlung notwendig ist und im Notfall genau wissen, was zu tun ist, um mich am Leben zu erhalten.
  • Es stehen teure und komplexe Maschinen zur Verfügung und Menschen mit dem Know how sie zu bedienen, um mein Blut zu analysieren, Zugänge zu setzen, Bilder vom Inneren meines Körpers zu machen, oder Operationen durchzuführen, die für meine Heilung wichtig sind.

Das ist alles wunderbar und ein unglaubliches Geschenk. In vielen Ländern bekommen nur Menschen medizinische Betreuung, wenn sie vorher bezahlt haben, oder die Familie/Angehörige müssen Essen/ Mahlzeiten ins Spital bringen.
Natürlich läuft auch sehr viel schief und an vielen Stellen im Gesundheitssystem gibt es großen Verbesserungsbedarf. Es gibt institutionalisierte Gewalt, Diskriminierung, Unachtsamkeit und Zeitmangel.  Es gibt natürlich ein Mehrklassen-Gesundheitssystem, und je mehr finanzielle Mittel Menschen haben, desto mehr Angebot und Auswahl steht ihnen zur Verfügung. Ich möchte natürlich, dass alle Menschen die gleichen Möglichkeiten haben. Es war aber für mich nicht sehr hilfreich, als Chemo-Patient mich mit den negativen Seiten des Systems anzulegen, sondern ich habe versucht das Positive zu sehen.

Es gibt unzälige Bereiche, mit denen du Dankbarkeit üben kannst. z.B. wenn du deine Wohnung genauer betrachtest, ein Fortbewegungsmittel benutzt, durch einen Wald oder Park spazierst, an deinen Familien-oder Bekanntenkreis denkst usw.

4. Fazit

BIld zeigt einen Teich in einem Park. Mit goldenen Blättern und einer Phontäne. Unter dem Wasserstrahl zeigt sich ein Regenbogen

Für mich hängt Dankbarkeit stark mit Glücklichsein und Achtsamkeit zusammen. Es ist egal wo man beginnt, diese drei Dinge bestärken sich gegenseitig. Durch Meditation und Achtsamkeit bin ich mehr im Moment und kann für kleine Dinge dankbar sein. Oder ich beginne mit dem Überlegen wofür ich heute dankbar sein konnte, unterbreche vielleicht mein Kopfkino kurz und kann spüren, dass es trotz vielleicht schwieriger Umstände, auch immer das jetzt gibt; mit vielen kleinen Glücksmomenten.

Ich erinnere mich noch genau, wie ich an einem noch sehr warmen Novembertag mit einer Freundin in einem wunderschönen Park in Wien gesessen bin. Dort ist das Photo oben entstanden. Sie hat von einem Biomarkt zwei Äpfel mitgebracht. Ich habe die warme Sonne auf meiner Haut gespürt, der Apfel hat unglaublich gut geschmeckt, die Farben, der sich verfärbenden Bäume, im Kontrast zum blauen Himmel betrachtet und die Liebe meiner Freundin gespürt. Es waren zwei Stunden, in denen ich trotzdem ich schwach, müde von der Chemotherapie war, so unglaublich glücklich war, dass ich diesen Tag genießen darf.

Diese Dankbarkeit ist heilsam und macht das Leben einfach schöner und einfacher.

Ressourcen

Louise Hay – morning meditation (Englisch)

The gratitude experiment – wellcast (Englisch)
Tolles Kurz-Video mit klaren Anleitungen wie du mit Dankbarkeit arbeiten kannst

Artikel Robert Emmons – Why gratitude is good (Englisch)

Artikel – Ten ways to become more greatful (Englisch)

greatergood.berkeley.edu
Plattform der Universität Berkeley für Forschung zu positiver Lebensgestaltung

Die Kraft der Dankbarkeit – Florence Servan-Schreiber (Französisch mit Untertiteln)

Teemeditation in der Tradition Thich Nhat Hanh’s
Aufnahme aus der Gruppe in Würzburg!


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