Zwischen Schulmedizin und Komplementärmedizin eine Brücke bauen – Integrative Onkologie

Das Bild zeigt eine kleine Brücke über einen Bach umgeben von tropischer Landschaft

Mit diesem Artikel möchte ich zeigen, dass es schon einige medizinische Zentren und Ärzt_innen gibt, die mit einem ganzheitlichen Ansatz an die Behandlung von Krebs herangehen. Ich habe den Artikel „zwischen Schulmedizin und Komplementärmedizin eine Brücke bauen“ genannt, da das meiner Meinung nach der nächste Schritt der Krebstherapie(n) sein muss und wird.

Die zwei Ärzte Gustav J. Dobos und Sherko Kümmel, welche zusammen an einer integrativen onkologischen Station in Essen / Deutschland tätig sind, erwähnen in einem Zeitungsartikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass 70% der Krebspatient_innen auch alternative Heilverfahren während ihrer Behandlung anwenden. Nur erzählen viele ihren behandelnden Schulmediziner_innen nichts davon, meist aus Angst nicht ernst genommen oder herablassend behandelt zu werden (mehr dazu hier).

Dies kenne ich auch aus eigener Erfahrung. Ich habe wenig mit meinen behandelnden Ärzt_innen darüber gesprochen, was ich selbst noch gemacht habe (wobei ich bis auf einen Tee aus Indonesien keinerlei pflanzliche Kuren oder Nahrungsergänzungsmittel genommen habe). Leider hatte ich damals noch nicht so viel Wissen über diese Thematik gehabt. So war während meiner Krebsbehandlung Schulmedizin (Operationen und Chemotherapie) und komplementäre Maßnahmen in meinem Verstand an zwei verschiedenen Orten. Umso mehr freue ich mich, das folgende Buch dann entdeckt zu haben und zu sehen, dass viele Ärzt_innen auch in der Onkologie diese beiden Sphären zusammendenken.

Diesen Sommer habe ich durch die Webseite von Kris Carr – einer Krebsübelebenden – das Buch „Life over cancer“ von Keith I. Block, M.D. entdeckt. Ich empfehle das Buch allen (Englisch sprechenden, leider wurde das Buch nicht übersetzt) Menschen, die von Krebs betroffen sind! Auf Deutsch gibt es ein ähnliches Buch mit dem Titel: „Gemeinsam gegen Krebs. Naturheilkunde und Onkologie – zwei Ärzte für eine menschliche Medizin“ von Dr. Gustav Dobos und Dr. Sherko Kümmel. Derzeit habe ich letzteres aber noch nicht gelesen, aber das Inhaltsverzeichnis hat einige Analogien und ähnliche Themen wie das Buch von Keith Block, auf das ich mich in diesem Artikel beziehe. Ebenso bin ich auf eine Homepage der Arbeitsgruppe „Prävention und Integrative Onkologie“ der deutschen Krebsgesellschaft gestoßen. Bei den Ressourcen am Schluss dieses Artikels findest du die Links zu ein paar Autor_innen und Materialien. Wenn du einen Tipp hast, dann freue ich mich, wenn du mir schreibst!

1. Das Buch „Life over cancer“ von Keith I. Block

Keith I. Block ist ein Onkologe und leitet zusammen mit seiner Frau Penny Block das „Block Center for Integrative Cancer Treatment“ in Evanston, in der Nähe von Chicago/USA. Dort haben sie ein Zentrum und einen Behandlungszugang entwickelt, welcher schulmedizinische Maßnahmen wie Operationen, Strahlungs- und Chemotherapien mit vielen komplementär-medizinischen/ganzheitlichen Zugängen verbindet.

Sein Buch umfasst fasst über 500 Seiten, weswegen es mir schwer fällt auszuwählen, was ich hier beschreiben möchte. Ich möchte vielleicht mit dem simplem Statement starten, welches ich an anderer Stelle immer wieder einbringe: „Falls du Krebs hast, sei dir bewusst, du hast mehr Macht auf deine Situation Einfluss zu nehmen, als du vielleicht momentan noch glaubst“. Das Buch „Life over cancer“ hat in mir sehr positive und hoffnungsvolle Emotionen geweckt.
Es war sehr stärkend zu sehen, dass es auch anerkannte Ärzt_innen gibt, die z.B. Ernährung, Meditation, Bewegungsprogrammen sowie psychischen/geistigen Techniken/Therapien genauso Bedeutung beimessen wie konventionellen schulmedizinischen Methoden und diese Ansätze in einem Spital kombinieren.

Ich hatte das Gefühl, dass ich mich bei meiner Behandlung im Spital zu 100% auf die Kompetenz der Ärzt_innen bezüglich Chemotherapie und allen relevanten medizinischen Aspekten verlassen konnte. Die Rundherum-Unterstützung allerdings musste ich mir selbst organisieren, und ich hatte nicht immer das Gefühl, dass dem eine Bedeutung oder ein Einfluss auf den Behandlungserfolg beigemessen wird. Gleichzeitig sind meiner Erfahrung nach Ärzt_innen trotzdem fast immer überzeugt, dass Patient_innen aktiv etwas zur Genesung beitragen sollen. Nur gibt es wenig Wissen über integrative Zugänge und wenig Zeit im Spitalsbetrieb und dementsprechend bleiben viele Patient_innen damit allein.

Das Buch „Life over cancer“ ist in verständlicher, aber doch rational/wissenschaftlicher Sprache verfasst. Es ist voll von Verweisen, Studien, Protokollen von vielen verschiedenen Ärzt_innen, Forscher_innen und Krebsforschungseinrichtungen. Es ist also vielleicht besonders für die Leser_innen von Euch interessant, die sich mit spirituellen Büchern oder Menschen eher schwer tun. Ich fand es als Krebserkrankter wirklich toll zu lesen und bin überzeugt davon, dass es allen Krebsbetroffenen neue Erkenntnisse bieten kann. Es ist lediglich vom Layout meiner Meinung nach etwas unübersichtlich gestaltet, und manchmal wiederholen sich Aussagen. Ich habe mich immer wieder darin etwas verloren oder merkte, es ist nicht so einfach ist nachzuschauen, wo was steht. Inhaltlich finde ich es aber wirklich sehr interessant und lege es dir ans Herz, falls du mit einer Krebserkrankung lebst.

Es gibt auch eine Homepage www.lifeovercancer.com, auf der einige Informationen sowie die Verweise und Zitate zu finden sind.

2. Krebs als systemische Erkrankung erfordert ein ganzheitliches Herangehen

Das Bild zeigt einen Kohlrabi in HerzformWas ist Krebs? In der Einleitung seines Buches stellt sich Keith Block diese Frage. Er resümiert, dass die Errungenschaften im sogenannten „Kampf gegen Krebs“ viel geringer ausfallen als beispielsweise im Bereich der Herz-Kreislauferkrankungen, wenngleich es natürlich schon auch beachtliche Erfolge gibt (z.B. bei pädiatrischen Krebserkrankungen wie Leukämie). Nach dem Autor (wobei sich das, mit der allgemein schulmedizinischen Definition, meiner Meinung nach deckt) ist Krebs eine Erkrankung des gesamten Systems des Körpers und nicht nur ein Tumor oder eine Ansammlung von „verrückt gewordenen“ Zellen. Es ist eine ganze Reihe von körperlichen Vorgängen oder genetischen oder molekularen „Pannen“ in seiner Entstehung involviert. Dass uns ein Tumor in physischer Form auffällt oder sich irgendwie bemerkbar macht, ist dann quasi nur die Spitze des Eisbergs. Schon lange bevor sich ein Tumor gebildet hat, sind einige Dinge im Körper aus dem Ruder gelaufen. Deswegen wird sich auch kein „Wundermittel“ zur Heilung finden, sondern es braucht eine Herangehensweise, die an ganz vielen Punkten ansetzt.

Diese ganzheitliche Herangehensweise wird im Spital von Keith Block – so scheint es – gelebt. Schulmedizinische Maßnahmen wie Operationen, Chemotherapie und Bestrahlung sind auch in seinem Haus unverzichtbar und werden immer, außer Patient_innen lehnen dies ab, angewendet. Gleichzeitig hat sich aber das Verständnis durchgesetzt, dass für das komplette Überwinden der Erkrankung und das Verhindern eines Rückfalls auch das ganze System des Menschen verändert/behandelt werden muss. Wenn das (biochemische) Umfeld, indem eine Krebserkrankung entstehen konnte, weiterhin günstige Faktoren aufweist, werden Krebszellen vielleicht wieder einen Weg finden, Überhand zu nehmen. Chemotherapie oder Operationen können nie alle Krebszellen zu 100% erreichen.
Block glaubt, dass es in den letzten Jahrzehnten deswegen so wenig Fortschritte bei einigen Krebserkrankungen gab, weil die „Heilung“ der Erkrankung primär im Entfernen/Zerstören von Tumormasse gesehen wurde und nicht in einer Beeinflussung des Systems (vgl. Block 2009: 2f.).

In seinem Therapieansatz wird versucht, den Körper/das System wieder in seine biologisch/biochemische Balance zu bringen und auf die molekularen Prozesse einzuwirken, die an der Krebsentstehung beteiligt waren. Es geht also darum, das Umfeld, in dem eine Krebserkrankung entstanden ist, so zu verändern, dass sie nicht mehr auftreten kann. Zusammenfassend sagt Block: „Yes, surgery or radiation can remove the tumor, but unless you change the environment that nurtured it in the first place, malignant cells that remain behind can simply pick up where they left off“ (Block 2009: 19). Auf Deutsch würde ich es so übersetzten: „Ja, mit Operationen oder Bestrahlung können wir Tumore entfernen. Aber wenn wir das Umfeld, das den Tumor genährt hat, nicht verändern, können zurückgebliebene bösartige Zellen wieder von neuem beginnen, weiterzumachen, was sie bisher gemacht haben.“

Kein Mensch ist eine Statistik

Dr. Block schreibt etwas, was auch zwei Freunde von mir, die Ärzte sind, mir immer wieder gesagt haben. Du bist keine Statistik. Statistiken haben keine Relevanz für dich. Statistiken sind nur für Gruppen gültig und helfen Ärzt_innen dabei möglichst passende Entscheidungen zu treffen. Ich habe einmal gelesen, dass die statistische Überlebensrate von Hodentumorpatienten mit Stadium 3 circa 50% ist. Das ist noch relativ gut, und hat mich nicht total verunsichert oder gar entmutigt. Es ist trotzdem ein komisches Gefühl zu lesen, dass du Teil einer solchen „fifty-fifty Chance-Situation“ bist. Ich kann mich auch noch genau erinnern, wie schockiert ich war, als ich ohne Ankündigung meinen ersten Entlassungsbrief bekam und dort auf der ersten Seite bei der Diagnose gleich mal „poor prognosis“ stand.
Wenn die „Prognose“ jedoch mal unter 50% sinkt, dann ist es natürlich logisch, dass Gefühle von Hoffnungslosigkeit noch stärker auftauchen werden/können. Besonders wenn solche Gefühle gerade bei dir/ oder einer dir nahe stehenden Person mit Krebs präsent sind, empfehle ich dir dieses Buch zu besorgen. Es zeigt, dass Verlängerung des Lebens und Verbesserung der Lebensqualität und auch „komplette“ Heilung immer möglich sind, auch wenn einen manche Ärzt_innen die Botschaft „wir können nichts mehr tun“ mitgegeben haben.

Was an dem Buch besonders inspirierend ist sind die vielen Patientengeschichten, die zeigen, dass Hoffnung immer angebracht ist. Nicht wenige Menschen, die zum Block Center kommen, haben eben diese deprimierende Botschaft „wir können nichts mehr tun“ gehört. Einige Menschen, die zu schwach für Chemotherapien oder Bestrahlung waren, wurden wieder so aufgebaut, dass sie eine schulmedizinische Behandlung starten bzw. tolerieren konnten, welche ihnen dann mehr Lebenszeit oder gar Genesung geschenkt hat. Und es zeigt, dass wir durch Ernährung, Sport, Psychotherapie, Meditation, Entspannungsreisen, kreativem Ausdruck und vielem mehr, Dinge tun können, die unser System so beeinflussen, sodass es auch auf molekularer und biochemischer Ebene zu Veränderungen kommt und dann z.B. auch Chemotherapie noch effektiver ist.

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Alle Phasen der Erkrankung sind wichtig

Wie schon oben beschrieben, wird im Block Center Krebs als chronische Erkrankung des Gesamtsystems verstanden. Insofern wird die Behandlung der Erkrankung mit Chemotherapie, Bestrahlung und Operationen nur als eine Phase der Behandlung (attack phase) angesehen.
Es wird besonders nach den Therapien und auch lebenslang darauf fokussiert, die Bedingungen im Körper möglichst so zu gestalten, dass Krebszellen in Schach gehalten werden. Insofern kommt dem ersten Jahr nach der primären Behandlung – der Eingrenzungs- Wachstumskontrollphase (containment / growth control phase) sowie auch den weiteren Jahren – Rückbildungs- Erhaltungsphase (remission maintenance phase) genausoviel Bedeutung zu.

Das erlebe ich als sehr stärkend, da ich – wie viele Krebspatient_innen- erlebt habe, dass nach der intensiven schulmedizinischen Behandlung wenig Nachbetreuung im Spital möglich ist bzw. angeboten wird. Ich gehe z.B. sehr engmaschig alle drei Monate zur Nachsorgeuntersuchung mit Blutkontrollen und Ultraschall und CT-Scan Untersuchungen. Es geht darum, die Tumormarker und CT-Scans auszuwerten und zu überprüfen, ob sich etwas tut. Jedoch gibt es wenig Beratung und Begleitung, wie man den Körper insgesamt stärken und sich wieder aufzubauen und damit ein neuerliches Auftreten der Erkrankung verhindern kann.

Überspitzt formuliert, fragen mich meine Nachsorgeärzt_innen nicht, ob ich ohnehin „brav“ pflanzenbasierte Kost esse, Sport mache, nicht rauche und schon gar nicht, ob ich regelmäßig meditiere, wie ich mich entspanne, ob es psychische oder soziale Belastungen gibt, ob ich Hilfe bei der Organisation von Unterstützungsmaßnahmen brauche und dass das auch einen Einfluss auf mein „gesund Bleiben“ hat. Ich bin mir sicher, dass dies in 15, 30 oder 50 Jahren anders aussehen wird, weil wir auf dem Weg sind zu erkennen, dass dieser ganzheitliche Behandlungsweg auch in der Onkologie der Richtige ist und helfen kann, Leben zu retten.
In Österreich gibt es jedoch onkologische Rehabilitation, bei der ganzheitliche Ansätze zumindest vorgestellt werden, und das sogenannte „case management“. Wenn man momentan berufsunfähig ist und Rehabilitationsgeld bezieht, wird man auch regelmäßig zu Treffen mit einem Casemanager oder einer Casemanagerin eingeladen, die bei allen möglichen Rehabilitationsmaßnahmen unterstützen können. Das finde ich sehr sinnvoll, jedoch finde ich, dass ein Zusammenführen der schulmedizinischen onkologischen Kontrolle und begleitenden psychosozialen Unterstützung die Idealvariante wäre.

Das Buch „Life over cancer“ geht auf alle Phasen gesondert ein und macht spezielle Vorschläge für die unterschiedlichen Zeitpunkte und Umstände. Deswegen finde ich das Buch gerade für Menschen in meiner Lebenssituation nach einer Krebserkrankung auch besonders ansprechend.

Bild zeigt einen See mit rosa-gelben Himmel bei untergehender Sonne
(c) Larissa Dürtscher

3. Das Life over Cancer Programm

Wie schon erwähnt wird im Zugang des „Block Center for Integrative Cancer Treatment“ versucht, Patient_innen in ihrem Gesamtsystem und in allen Phasen einer Erkrankung ganzheitlich zu unterstützen. Dabei wird auf drei Ebenen angesetzt, nach denen auch das Buch aufgebaut ist.

Den Lebensstil optimieren

Dabei geht es vor allem um Ernährung, Bewegung und Sport, Schlaf, das psychische Wohlbefinden sowie Techniken der Körper-Geist-Medizin wie Meditation und Entspannungstechniken. In diesem integrativen Zugang wird davon ausgegangen und gezeigt, dass nicht nur körperliche, sondern auch Maßnahmen auf psychischer und geistig/spiritueller Ebene einen positiven Nutzen auf die Gesundheit und den Krankheitsverlauf haben. Viele Artikel dieser Webseite decken sich in etwa mit dem, was in „Life over cancer“ beschreiben wird.

Die eigene Biologie „boosten“

Krebs entsteht und floriert in einem Umfeld, das seine Entwicklung unterstützt. Ebenso kann ein für Krebszellen „negatives“ Umfeld dazu beitragen, dass Chemotherapien und Bestrahlung besser wirken, bzw. die körpereigenen Schutzmechanismen besser greifen. Es geht darum, die biochemischen Vorgänge in unserem Körper zu unterstützen, der Entstehung von Krebszellen vorzubeugen oder sie abzuwehren. Keith Block zeigt, dass es einige körperliche Mechanismen gibt, die mit Krebsentstehung zusammenhängen, stellt dazu wissenschaftliche Erkenntnisse vor und zeigt Unterstützungsmaßnahmen auf. Er gibt auch besonders viele Informationen über Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Arzneien, die unterstützend angewandt werden können. Diese sechs Mechanismen sind: Oxidation, Entzündungen, Status des Immunsystems, Blutgerinnung, Blutzuckerspiegel und der Hormonhaushalt, insbesonders der Stresshormonhaushalt. Auf diese Faktoren werde ich später noch in einem Blogartikel eingehen.

Die Behandlung verbessern

Das ist eher die Abteilung der Schulmedizin, zu der ich nicht viel sagen kann und ich nicht weiß, welche Behandlungsangebote dir/Menschen im Spital zur Verfügung stehen. Jedenfalls geht Keith Block hier auf neue und experimentelle Behandlungsmethoden ein, wie z.B. Chrono-Chemotherapie. Patient_innen bekommen dabei an den Tageszeiten Chemotherapie verabreicht, an denen der Hormonhaushalt einen optimalen Zeitpunkt für die Wirkung bietet.

4. Die Situation im deutschsprachigen Raum und Conclusio

Bei meiner Recherche bin ich auf ein Buch zweier deutscher Ärzte gestoßen: „Gemeinsam gegen Krebs. Naturheilkunde und Onkologie – zwei Ärzte für eine menschliche Medizin“ von Dr. Gustav Dobos und Dr. Sherko Kümmel. Sie arbeiten am Universitätsklinikum in Essen. Dort wurde zum ersten Mal eine Onkologische Station eingerichtet, die mit integrativer Medizin arbeitet. In der auf Brustkrebs spezialisierten Klinik werden Patientinnen durch Onkolog_innen und in der Naturheilkunde geschulten Internist_innen behandelt. Die Patientinnen bekommen spezielle Therapien, um Nebenwirkungen abzufangen (z.B. Salben, Akupunktur, Kältebehandlungen), bekommen ein individuelles Bewegungsprogramm und werden in Meditation nach der MBSR Methode unterrichtet, also ähnlich wie in dem oben erwähnten integrativen Krebszentrum „Block Center“.
Wie in diesem FAZ Artikel berichtet wird, werden dort auch Therapien immer mehr individuell ausgearbeitet und sehr genau recherchiert, welche der stetig anwachsenden Anzahl an Therapiemöglichkeiten am Besten zur Patientin/ zum Patienten passt. Besonders wird auf komplementär-medizinische Angebote geachtet. Es wird Wert darauf gelegt, auch naturheilkundliche Verfahren genau zu prüfen und nur solche Verfahren anzuwenden, zu welchen es Erfahrungswerte oder gesichertes Wissen gibt. So will man Patientinnen davor bewahren, auf eigene Faust zu teuren und oft wirkungslosen Alternativtherapien zu greifen.

Auch bei Krebs ist eine integrative Behandlungsweise, die schulmedizinische Maßnahmen mit komplementär-medizinischen / ganzheitlichen Verfahren kombiniert, möglich und, so scheint es, äußerst erfolgversprechend. Es gibt auch schon einige Einrichtungen, die so arbeiten, und es macht Sinn, sich als Krebsbetroffene_r mit diesen Zugängen zu beschäftigen.
Auch wenn wir unsere Behandlung selbst nicht in einem nach solchen Prinzipien arbeitenden Spital durchführen lassen können, können wir selbst vieles tun und mit unseren behandelnden Ärzt_innen besprechen. Dies ist besonders bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder Vitaminpräparaten notwendig, da diese die Wirkung von Medikamenten und Chemotherapie oder Bestrahlung beeinflussen können und somit bei jenen, die „auf eigene Faust“ handeln, den Nutzen von Therapien verringern oder aufheben können.

Für jeden Menschen, der die Worte „Sie haben Krebs“ schon einmal gehört hat, oder auch Angehörige, die sich informieren wollen: Mögen das hier beschriebene Buch oder die unten angeführten Bücher und Ressourcen dich / deine Liebsten unterstützen.

Ressourcen

Keith I. Block, M.D. (2009): Life over cancer. The Block Center Program for Inegrative Cancer Treatment. Bantam Dell, New York

Internetseite zum Buch mit allen Verweisen und Updates

Homepage des „Block Center for integrative cancer treatment“

Prävention und Integrative Onkologie – deutsche Krebsgesellschaft

Dr. Gustav, Dobos/ Dr. Sherko Kümmel (2011): Gemeinsam gegen Krebs. Naturheilkunde und Onkologie- zwei Ärzte für eine menschliche Medizin, Verlag Zabert Sandmann, München

Faz Artikel zum Buch „Gemeinsam gegen Krebs“

Broschüre der österreichischen Krebshilfe zu Komplementärmedizin


2 Gedanken zu “Zwischen Schulmedizin und Komplementärmedizin eine Brücke bauen – Integrative Onkologie

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